Vier Zahlen schreiben dieselben 32 Bits.
Eine IPv4-Adresse besteht aus vier Oktetten, also vier Gruppen mit jeweils acht Bits. Die Schreibweise 192.168.10.77 zeigt jedes Oktett als Dezimalzahl zwischen 0 und 255. Die Punkte trennen Gruppen; sie sind keine Dezimalkommas.
Eine IP-Adresse wird im Netzkontext einer Schnittstelle zugewiesen. Ein Gerät mit WLAN und Ethernet kann mehrere Schnittstellen und mehrere Adressen haben. „Eine IP ist ein Gerät“ ist daher nur eine grobe Alltagshilfe.
Rechne das vierte Oktett nach: 77 = 64 + 8 + 4 + 1 → 01001101. Die führende Null gehört zur Darstellung als acht Bits. Der Zahlenartikel erklärt den vollständigen Umrechnungsweg.
Die Adresse allein zeigt die Netzgrenze nicht.
In 192.168.10.77/26 zählt /26 die führenden Netzbits. Es bleiben 32 − 26 = 6 Hostbits. Erst diese Grenze legt fest, welche Adressen wir im Beispiel zum selben Subnetz zählen. Der Netzanteil kennzeichnet das Netz; der Hostanteil unterscheidet die Adressen darin.
Die ersten drei Oktette enthalten 24 Netzbits. Im vierten bleiben zwei Netzbits: 01 | 001101. Setze nur die sechs Hostbits auf 0: 01 | 000000 = 64. Die Netzadresse ist 192.168.10.64. Das Beispielnetz reicht bis 192.168.10.127.
Mit /24 wäre dieselbe Adresse im Netz 192.168.10.0/24. Mit /26 liegt sie in 192.168.10.64/26. Veraltete Klassenregeln lassen sich dafür nicht aus der ersten Dezimalzahl ableiten. RFC 791 ist die Grundlage des Adressformats; für die heutige Aufteilung verwenden wir das klassenlose Präfixmodell aus RFC 4632.
Subnetz und Gateway beantworten verschiedene Fragen.
Das Subnetz beschreibt einen Adressbereich. Ein Gateway ist ein nächster Router auf dem Weg zu einem anderen Netz. Im einfachen LAN prüft der Rechner anhand seiner Adresse und Maske, ob ein Ziel lokal liegt. Seine Routingtabelle entscheidet über den konkreten Weg; die Standardroute greift, wenn keine spezifischere Route passt.
- Rechner:
192.168.10.77/26. - Ziel
192.168.10.100: liegt ebenfalls im Bereich .64 bis .127. Im normalen LAN kann es direkt über die lokale Verbindung erreicht werden. - Ziel
192.168.10.130: liegt außerhalb dieses /26. Dafür braucht der Rechner einen passenden Routerweg, zum Beispiel über das konfigurierte Gateway192.168.10.65.
Die .65 ist hier eine bewusst gewählte Beispielkonfiguration. Ein Gateway ist weder automatisch die erste Hostadresse noch immer eine .1. Aus dem Präfix lässt sich seine konkrete Adresse nicht berechnen. Gleiche Präfixe allein stellen auch keine physische Verbindung her; Routing, Link und Filter müssen passen.
Privat heißt intern verwendbar, nicht automatisch sicher.
RFC 1918 reserviert drei Bereiche für private Netze. Sie sind nicht global eindeutig: Viele unabhängige Netze können dieselben privaten Adressen verwenden. Sie werden nicht als private Zielnetze im öffentlichen Internet geroutet.
| Präfix | Erste Adresse | Letzte Adresse |
|---|---|---|
| 10.0.0.0/8 | 10.0.0.0 | 10.255.255.255 |
| 172.16.0.0/12 | 172.16.0.0 | 172.31.255.255 |
| 192.168.0.0/16 | 192.168.0.0 | 192.168.255.255 |
Eine öffentliche Unicast-Adresse ist für globale Eindeutigkeit und Internet-Routing vorgesehen. Das garantiert keine Erreichbarkeit: Routen und Firewalls spielen weiter mit. Private Netze verwenden für den Internetzugang häufig Adressübersetzung (NAT); die private Adresse wird dadurch nicht selbst zur öffentlichen Adresse.
Nicht privat bedeutet nicht automatisch öffentlich: 127.0.0.0/8 dient beispielsweise Loopback, 169.254.0.0/16 ist Link-Local. Die IANA führt weitere Sonderbereiche. Auch „172 ist privat“ stimmt nicht: Nur 172.16 bis einschließlich 172.31 gehört zum privaten /12.
Was du jetzt auseinanderhalten kannst.
- „Die ersten drei Zahlen sind immer das Netz.“
- Das gilt für die Grenze bei /24. Andere Präfixe trennen an anderen Bits.
- „Privat ist verschlüsselt.“
- Die Adresskategorie sagt nichts über Verschlüsselung oder Zugriffsschutz aus.
- „Der Router ist die Netzadresse.“
- Im gewöhnlichen LAN bekommt die Routerschnittstelle eine nutzbare Hostadresse. Die Netzadresse bezeichnet das Subnetz.
Kontrollfrage: Liegt .100 mit /26 im selben Beispielnetz wie .77? Ja. Liegt .130 darin? Nein. Die vorhandene /26-Fallstudie zeigt dazu die bitweise Ableitung und Python-Code. Als Nächstes übersetzen wir Präfixe in Subnetzmasken.
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