Eine Maske macht die Grenze rechenbar.

Eine IPv4-Adresse allein enthält keine Angabe darüber, wo ihr lokales Netz endet. Eine zusammenhängende Subnetzmaske hat links Einsen für die Netzbits und rechts Nullen für die Hostbits. Das CIDR-Präfix zählt diese führenden Einsen. So beschreiben /26 und 255.255.255.192 dieselbe Grenze.

Die Maske ist keine zweite Geräteadresse. Sie wird bitweise mit der Adresse verknüpft: Bei einem logischen UND bleibt ein Adressbit nur dann 1, wenn auch das Maskenbit 1 ist. Wo die Maske 0 ist, wird das Ergebnis 0. Damit erhalten wir die Netzadresse.

Letztes Oktett bei /26Adresse 01 | 001101Maske 11 | 000000UND 01 | 000000 → 64
Im letzten Oktett: 77 UND 192 ergibt 64. Die Maske behält zwei Netzbits und setzt sechs Hostbits auf null.

/26 → 26 Einsen → 255.255.255.192.

  1. Schreibe 26 Einsen und 6 Nullen: 11111111.11111111.11111111.11000000.
  2. Die ersten drei Oktette sind jeweils 128 + 64 + 32 + 16 + 8 + 4 + 2 + 1 = 255.
  3. Im vierten Oktett sind 128 und 64 aktiv. 128 + 64 = 192.
  4. Die Maske lautet 255.255.255.192.

Bei /24 liegen genau drei vollständige Netzoktette vor: 255.255.255.0. Bei /20 sind es zwei vollständige Oktette plus vier Einsen im dritten: 11110000₂ = 128 + 64 + 32 + 16 = 240. Ergebnis: 255.255.240.0.

Auch zurück zählt man Einsen: 255.255.255.224 hat 8 + 8 + 8 + 3 = 27 führende Einsen → /27. Eine Bitfolge mit einer Null zwischen Einsen ist keine zusammenhängende CIDR-Maske.

Ein Netzbit mehr halbiert den Adressumfang.

Für ein IPv4-Präfix /p bleiben h = 32 − p Hostbits. Der Adressblock enthält 2h Adressen insgesamt. /24: 8 Hostbits → 256 Adressen. /26: 6 Hostbits → 64 Adressen. /20: 12 Hostbits → 4096 Adressen.

In einem gewöhnlichen Broadcast-Subnetz bis /30 ziehen wir für die übliche Anzahl nutzbarer Hostadressen die Netz- und Broadcastadresse ab. So ergeben sich für /24 254, für /26 62 und für /20 4094. Das sind mögliche Adressen, keine Zusage über die Zahl sinnvoll betreibbarer Geräte.

Präfixreferenz: Adressen insgesamt und übliche Hostadressen
PräfixMaskeHostbitsAdressenNutzung / Hosts
/00.0.0.0324294967296Standardroute / gesamter Raum
/1128.0.0.03121474836482147483646
/2192.0.0.03010737418241073741822
/3224.0.0.029536870912536870910
/4240.0.0.028268435456268435454
/5248.0.0.027134217728134217726
/6252.0.0.0266710886467108862
/7254.0.0.0253355443233554430
/8255.0.0.0241677721616777214
/9255.128.0.02383886088388606
/10255.192.0.02241943044194302
/11255.224.0.02120971522097150
/12255.240.0.02010485761048574
/13255.248.0.019524288524286
/14255.252.0.018262144262142
/15255.254.0.017131072131070
/16255.255.0.0166553665534
/17255.255.128.0153276832766
/18255.255.192.0141638416382
/19255.255.224.01381928190
/20255.255.240.01240964094
/21255.255.248.01120482046
/22255.255.252.01010241022
/23255.255.254.09512510
/24255.255.255.08256254
/25255.255.255.1287128126
/26255.255.255.19266462
/27255.255.255.22453230
/28255.255.255.24041614
/29255.255.255.248386
/30255.255.255.252242
/31255.255.255.254122 Endpunkte (Punkt-zu-Punkt)
/32255.255.255.255011 einzelne Adresse

Die Tabelle zählt Adressen im Block. In konkreten Netzen können Sonderzwecke und Konfigurationen die tatsächliche Nutzung weiter einschränken. /0 bezeichnet als Route den gesamten IPv4-Adressraum und wird als Standardroute verwendet; es ist kein gewöhnliches LAN für alle IPv4-Adressen.

/31 und /32 brauchen eine eigene Lesart.

/31: zwei Endpunkte auf einer passenden Punkt-zu-Punkt-Verbindung.

Bei /31 bleibt ein Hostbit, also zwei Adressen. RFC 3021 erlaubt auf geeigneten Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, beide als Hostadressen zu verwenden. Es gibt dort keinen gerichteten Subnetz-Broadcast. Beide Enden müssen diese Verwendung unterstützen.

Beispiel: 192.168.10.64/31 umfasst .64 und .65. Auf einer solchen Verbindung können beide Endpunkte diese Adressen nutzen. Rechne hier nicht 2 − 2 = 0 Hosts. Übertrage die Regel auch nicht pauschal auf jedes Ethernet-LAN.

/32: genau eine Adresse.

Alle 32 Bits sind festgelegt; es bleiben keine Hostbits. 20 = 1. 192.168.10.77/32 bezeichnet genau diese einzelne IPv4-Adresse, etwa als Hostroute. Es entsteht kein gewöhnlicher Hostbereich zwischen Netz- und Broadcastadresse. Die Rechnung 1 − 2 wäre hier sinnlos.

Die Größe steckt im Rest, nicht in der Präfixzahl allein.

„/26 ist größer als /24.“
Die Zahl der Netzbits ist größer. Der Adressblock ist kleiner: 64 statt 256 Adressen.
„192 am Maskenende bedeutet 192 Hosts.“
192 ist der Dezimalwert von 11000000. Sechs Hostbits bleiben; das sind 64 Adressen insgesamt.
„Alle Oktettzahlen sind als Maske erlaubt.“
Innerhalb eines angebrochenen Oktetts folgen die Einsen lückenlos von links. Möglich sind 128, 192, 224, 240, 248, 252, 254; volle Oktette sind 255 oder 0.

Selbstcheck: /28 lässt vier Hostbits. Die Maske endet auf 240, der Block enthält 16 Adressen und im üblichen Subnetz sind 14 Hostadressen nutzbar. Wende das jetzt im Subnetting-Spickzettel auf eine konkrete Adresse an.

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Quellen und Stand.

Fachlich geprüft am . Rechenwege, Beispiele und Diagramme sind eigene Darstellungen. Die Rechnungen wurden zusätzlich automatisiert geprüft.